Sachertorte

Heute vor genau einem Jahr habe ich angefangen meinen Blog zu schreiben um meine Rezepte zu digitalisieren, da ich mittlerweile eine umfangreiche Kollektion habe, dass es mir unmöglich ist, sie alle mitzunehmen wenn ich verreise.

Mein allererster Post! Natürlich auch ein großer österreichischer Klassiker!

Mittlerweile habe ich mit Freude festgestellt, dass die Rezepte, die ich für meine Freunde und Familie verwende, sich weltweit einer sehr großen Beliebtheit erfreuen. Ich danke euch sehr für eure motivierenden Worte und für das Interesse. Es freut mich immer wieder, Nachrichten aus aller Welt zu erhalten. Ich glaube meine Sprachkenntnisse verbessern sich langsam dank Google Translate ohne den ich aufgeschmissen waere.

1000 DANK AN ALLE MEINE LESER UND FOLLOWERS!

Um daher den ersten Geburtstag von auxdelicesdecaroline.home.blog zu feiern, möchte ich mit euch heute ein Ur-österreichisches Rezept teilen, dass seit 4 Generationen in meiner Familie genossen wird und das Bestandteil meiner Kultur und meiner Jugend ist. Wie oft haben meine Schwestern und ich dieses Rezept gemacht, für Geburtstage, Abendessen, oder andere Feste. Es ist daher für mich als halbe Österreicherin perfekt um meinen Blog zu feiern! Ich werde es mir auf jeden Fall mit meiner Familie schmecken lassen 🙂

Wie vermutlich alle wissen ist die Sachertorte die wohl bekannteste Schokoladentorte der Welt. Sie wurde im Jahre 1832 von dem damals 16 jährigen Franz Sacher kreiert für ein Abendessen bei Fürst Metternich der seinen Gästen eine neue Delikatesse vorsetzen wollte. Die Torte wurde bekannt gemacht von seinem Sohn Eduard Sacher, der eine Ausbildung in der Konditorei Demel in Wien machte und in der Zeit die Sachertorte perfektionnierte so wie sie jetzt bekannt ist. Deshalb wurde sie zuerst in der Konditorei Demel serviert, später auch im Hotel Sacher das Eduard Sacher gründete. Es kam zu einem jahrelangen Rechtsstreit zwischen der Konditorei Demel und dem Hotel Sacher, der dadurch belegt wurde, daß das Hotel Sacher seine Sachertorte ‚Original Sachertorte‘ nennen darf, während Demel seine Sachertorte die ‚Eduard Sacher Torte‘ nennt. Der größte Unterschied ist, daß die Original Sachertorte zwei Schichten Marillenmarmelade enthält, während die ‚Eduard Sacher Torte‘ nur eine Aprikosenmarmelade Schicht direkt unter der Schokoladenglasur enthält.

Die Sachertorte ist vom Geschmack her zart und mild, nicht zu süß, nicht zu weich, nicht zu trocken, nicht zu sandig und sie zerschmilzt auf der Zunge. Sie ist hervorragend wegen ihrer Haltbarkeit, da sie sich von Tag zu Tag verbessert. Nach zwei Wochen ist sie immer noch so delikat wie am ersten Tag.

Es gibt viele verschiedene Rezepte der Sachertorte, da das Original Rezept ein streng gehütetes Geheimnis im Hotel Sacher ist. Es ist fast unmöglich das Original nachzuahmen, man erkennt immer eine Kopie. Wir wissen nur, daß die Ausgewogenheit der Zutaten eine sehr große Rolle spielt. Es ist auch besonders wichtig, dass die Zutaten von hervorragender Qualität sind. Sehr gute Schokolade, ausgezeichnete Aprikosenmarmelade bzw in Österreich Marillenmarmelade. Die mit Abstand beste Marillenmarmelade ist die meiner Mutter die immer einen Schuss Alkohol hinzufügt und die Marillen aus der schönen Wachau verwendet die einen unvergleichlichen Geschmack haben vor allem wenn sie vollständig ausgereift sind.

Die Version der Sachertorte die wir in meiner Familie verwenden ist das Rezept aus dem alten Sacher Kochbuch aus den 70er Jahren. Es ist nicht das Rezept, dass im Hotel verkauft wird, aber es ist ausgezeichnet. Und wenn man schon versucht einen Kuchen nachzumachen, dann sollte man in diesem Fall so nahe an der Quelle bleiben wie möglich finde ich.

Rezept Sachertorte aus dem alten Sacherkochbuch

  • 130 g Butter
  • 110 g Staubzucker
  • Vanille
  • 6 Eidotter
  • 130 g Schokolade (ich werde keine Markennenung machen)
  • 6 Eiklar
  • 110 g Kristallzucker
  • 130 g Mehl
  • Zutaten zum Bestreichen
  • 200 g Marillenmarmelade
  • 2 EL Cointreau oder Rum (optionnel)
  • Für die Glasur
  • 150 g Schokolade
  • 200 g Kristallzucker
  • 125 ml Wasser

Backrohr auf 170°C, Ober- und Unterhitze vorheizen.

Die leicht erwärmte Butter wird mit dem Staubzucker und Vanille schaumig gerührt, dann gibt man nach und nach die sechs Eidotter dazu und rührt mit dem Schneebesen auch die vorgewärmte Schokolade ein.

Jetzt wird der Schnee von 6 Eiklar geschlagen, mit dem Kristallzucker ganz steif ausgeschlagen und vorsichtig mit dem Kochlöffel unter die obige Masse gerührt.

Anschließend wird das Mehl ebenso vorsichtig mit der Masse verrührt.

Zum Backen verwendet man eine Tortenform von 22 cm Durchmesser. Den Boden belegt man am besten mit einem Blatt Pergamentpapier. Nun füllt man die Masse in die Form und streicht sie glatt.

Die Masse wird in einem vorgewärmten Backrohr bei mittlerer Hitze ca 170 Grad Celsius gebacken. Dabei lässt man die ersten 12 bis 15 Minuten die Backrohrtür einen Finger breiten Spalt offen, damit die Masse sich heben und ganz leicht wölben kann, aber sich noch keine Kruste bildet. Dann backt man die Torte bei geschlossenem Rohr eine Stunde lang aus. Nun stürzt man die Torte samt Form auf ein Sieb und lässt sie 20 Minuten auskühlen, dann stellt man sie wieder so wie sie in der Form lag und lässt sie ganz auskühlen. Erst nach dem völligen Auskühlen nimmt man die Torte aus der Form. Dazu wird die Torte mit einem dünnen kleinen Messer glatt vom Rand los geschnitten, der Tortenboden und das angebackene Papier entfernt.

Sie wird nun auf der Oberseite glatt geschnitten und wieder umgedreht. Jetzt noch einmal in die Hälfte schneiden.

Der glatte Tortenboden wird mit geschmeidig pürrierter, leicht erwärmter Marillenmarmelade bestrichen. Zum Schluss die Torte mit der Glasur überziehen. Für die Glasur kocht man den Zucker mit dem Wasser 5 bis 6 Minuten scharf auf und lässt die Zuckerlösung dann halb auskühlen. Inzwischen erwärmt man die Schokolade weich und verrührt sie mit der noch warmen Zuckerlösung nach und nach so daß eine dickflüssige, glatte Glasur entsteht. Lässt man die fertige Glasur über den Kochlöffel laufen soll dieser etwa 4 mm bedeckt bleiben.

Wenn die Glasurmasse zu warm ist bekommt sie keinen Glanz und bleibt nach dem Trocknen stumpf, eine zu kalte Glasur trocknet schlecht und läuft auch schlecht am Tortenrand ab. Daher Vorsicht. Wie schon oben erwähnt ist die Sachertorte extrem haltbar und verbessert sich von Tag zu Tag. Sie ist mindestens zwei Wochen haltbar.

Falls euch dieser Post gefallen hat, abonniert euch auf dem Blog für mehr Rezepte.